Die Ikebana-Zeremonie
Kaden otemae
Die Ikebana-Zeremonie, wie sie Meister Kikuto Sakagawa kodifiziert hat, ist Ausdruck einer Komposition in einem Bewusstseinszustand. Eine Konkretisierung der Symbolik der Triade Himmel, Mensch, Erde; der Mensch ist dabei das schöpferisch Verbindungselement im Weg der Blumen.
Die Elemente, die mit Sorgfalt ausgesucht werden entsprechend dem Gefäß, der Art der Komposition und der Jahreszeit, erlauben in diesem Rahmen, den Blumen das Leben zurückzugeben, was der wörtliche Sinn von Ikebana ist, und sie zu dem Element Erde zu führen.
Der Fächer, die Gießkanne mizusashi, die Schere, der „Blumenaufrichter“ Kenzan spielen Rollen, die mit Symbolen geladen sind und die man erläutern muss.
Man darf nicht vergessen, dass der Fächer, der Ruhe und Konzentration evoziert, für die Japaner auch Ausdruck des Friedens, des Vertrauens, der Freundschaft ist. So wie die sich entwickelnde Rose eine aufgeblühte Schönheit evoziert, lässt der offene Fächer Suehirogari an die Reife des Menschen und an seinen Erfolg denken.
Die mizusashi, die Gießkanne, erlaubt, den Pflanzen Wasser zu geben und hat so Teil an ihrem neuen Leben. Das Geräusch des Wassers, Mizu no oto, macht das ursprüngliche Bedürfnis nach Wasser bewusst, das unentbehrlich ist für das Leben. Ebenso verleiht der Wasserzerstäuber am Ende der Komposition einen Schleier von Tau, der die Bindung an die Erde, die Natur, das Leben betont.
Die Schere, von der man sagt, dass man an ihrem Geräusch den Meister erkennt, nimmt an der Ausarbeitung des Buketts teil. Mit ihr wird die Natur respektvoll gegrüßt.
Der Kenzan, der weltweit für Blumengestecke verwendet wird, ist ein sehr wichtiges Zubehör. Er wurde von dem Meister Choka Adachi entwickelt.